Auf vielen Wegen kommunizieren lernen

von Dagmar Pairan

Jugendliche mit Smartphones

Leider finden Beziehungen zwischen den Generationen heute außerhalb von Familien kaum noch statt. Und auch innerhalb der Familie reißen Kontakte heute häufiger und schneller ab als früher. Entsprechend entwickelt sich in der Wahrnehmung der jeweils anderen Generation immer häufiger eine Art Befremden. Der Aussage, dass junge und alte Menschen heute in verschiedene Welten leben, würde generationenübergreifend eine Vielzahl von Menschen sicherlich zustimmen.

Woher kommt diese Entwicklung und was können wir alle dagegen tun? Die Familie ist und bleibt der  wichtigste Platz, wenn es um das Erlernen von Kommunikation geht. Dass Jung und Alt sich innerhalb der Familie mit ihrer jeweils eigenen Tonalität begegnen, ist nicht neu. Doch der rasante technische Fortschritt bei Kommunikationsmitteln und Kommunikationskanälen machen das Miteinander in Familien heute nicht gerade einfacher. Nicht selten werden von unterschiedlichen Generationen unterschiedliche Kommunikationswege bevorzugt. So favorisieren Oma und Opa häufig das persönliche Gespräch, oder ein Telefonat über das Festnetz, die Sandwichgeneration, also die Generation dazwischen, teilt sich gerne über einen Handyanruf, eine SMS oder per E-Mail mit, während ihre Kinder nur noch über Apps auf ihren Smartphones zu erreichen sind. Die Kommunikationskanäle aufeinander abzustimmen ist mittlerweile zu einer großen Herausforderung geworden, der sich alle Generationen stellen müssen. Sonst droht in naher Zukunft eine innerfamiliäre Funkstille.

Damit Jung und Alt die Kommunikation untereinander aufrechterhalten können, müssen zukünftig alle dazulernen: Erwachsene verlieren den Anschluss an die Jugend, wenn es ihnen nicht gelingt, bei der Entwicklung der Kommunikationsmittel den Überblick zu behalten. Die Jungen wiederum sollten weiterhin in der Lage sein, sich im persönlichen Gespräch oder am Telefon adäquat, für alle verständlich und ohne den Gebrauch von verkürzender Jugendsprache, die den Älteren bisweilen wie Sprach-Satire vorkommt, zu äußern.

Nicht nur für familiären, sondern auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist der kommunikative Austausch unter den Generationen existentiell. Neu dabei ist, dass insbesondere die jetzige Elterngeneration dabei zunehmend von ihren Kindern lernen kann. Denn oft kennen sich diese, die mit der neusten Technik aufgewachsen sind und sehr viel Zeit mit ihr verbringen, am besten mit aktuellen Kommunikationsmitteln und Kommunikationskanälen aus. Dies bietet eine Chance, einander in Gesprächen auf Augenhöhe zu begegnen, die wir nicht ungenutzt lassen sollten!

Es lohnt sich für alle Generationen in Sachen neuster Kommunikationstechnik am Ball zu bleiben, besonders wenn es Älteren daran gelegen ist, mit der Jugend verbunden zu bleiben. Abschalten kann man, wenn es einem zu viel werden sollte, ja immer noch.

Dagmar Pairan

Dagmar Pairan gibt gemeinsam mit Robin Kreide das Magazin in göttingen heraus, ein regionales Magazin für Menschen im besten Alter. Mit ihrem Unternehmen Pairan + Kreide berät sie außerdem Unternehmen und Institutionen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Content Marketing.

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